Erhöhter Vitamin C Bedarf bei Diabetikern Wie oben aufgezeigt deuten neuere Studienergebnisse darauf hin, dass Diabetiker von einer Vitamin-C-Zufuhr, die über der für Gesunde empfohlenen Menge liegt, gesundheitlich profitieren. Während frühe Studien noch keine Notwendigkeit für eine erhöhte Vitamin-C-Zufuhr sahen, geht man jetzt davon aus, dass eine niedrige Vitamin-C-Gewebekonzentration ein Faktor in der Pathophysiologie des Diabetes darstellt. Der Ascorbinsäure-Status des Diabetikers hängt nicht nur von der Vitamin-C-Aufnahme, sondern auch von der Insulin-Plasmakonzentration und der Glukosekonzentration ab. So fördert Insulin die aktive zelluläre Vitamin-C-Aufnahme, ein bestehender hoher Blutzucker hemmt dagegen die Rückresorption des Vitamins in den Nieren. Dies erklärt, warum bei Patienten mit Diabetes trotz ausreichender Vitamin-C-Zufuhr über die Nahrung oft ein unerwartet schlechter Ascorbinsäure Status vorliegt. Demzufolge kann Vitamin C hier seine physiologischen Funktionen als AldoseReduktase-Hemmer und wasserlösliches Antioxidans nicht zufriedenstellend erfüllen. Erste positive Resultate mit einer Vitamin-C-Supplementierung (z.B. mit Cetebe®, Cebion®) beim erwachsenen Diabetiker liegen jetzt vor: Durch eine zusätzliche Vitamin-C-Zufuhr konnte die intrazelluläre Sorbitol-Akkumulation - sie gilt zumindest als mitverantwortlich für die beim Diabetes auftretenden Komplikationen - verhindert werden. Vitamin C beugt diabetischer Retinopathie vor Diabetiker haben häufig auffällig niedrige Ascorbinsäure-Blutspiegel. Ausreichende Vitamin-C-Mengen spielen jedoch bei der Prävention von diabetesbedingten Spätfolgen, wie z.B. der diabetischen Retinopathie eine bedeutende Rolle. Eine Retinopathie entsteht durch Blutgefäßveränderungcn in der Augennetzhaut. Sowohl bei Stoffwechselgesunden als auch bei Diabetikern können freie Radikale erhöhte Lipidperoxidationen auslösen die zu Veränderungen an den Blutgefäßen im Auge führen. Beim Diabetiker kommen zusätzliche stoffwechselbedingte Risiken hinzu: Langfristig erhöhte Blutzuckerwerte führen zu einer Verdickung der Basalmembran durch die Glykosilierung von Proteinen. Die vermehrte Bildung von Sorbitol bedingt eine Störung der Autoregulation der Kapillardurchblutung. Das Vorhandensein von Ascorbinsäure kann diese pathologischen Stoffwechselvorgänge günstig beeinflussen: Erhöhte Vitamin C Zufuhr verringert das Vorkommen freier Radikale und verringert die Glykosylierungsrate von Proteinen. Auch das Risiko einer Augenlinsentrübung (Grauer Star) durch strukturelle Veränderung der Linsenproteine ist beim Diabetiker erhöht. Normalerweise führen UV-Licht und dadurch hervorgerufene reaktive Sauerstoffverbindungen zur Linsentrübung. Beim Diabetiker kommen die durch Hyperglykämie entstehenden erhöhten Fructose- bzw. Sorbitolkonzentrationen im Linsengewebe hinzu. Studien zeigen, dass Vitamin C in diesen Prozess eingreift: Es kann die schädigende Wirkung des UV-Lichtes antioxidativ hemmen und die Sorbitolkonzentrationen senken. Nach zweiwöchiger Einnahme von täglich 1000 mg Vitamin C konnte die eryzytäre Sorbitolkonzentration um 12,2% gesenkt werden. Sie zeigen außerdem, dass bei erhöhter Zufuhr antioxidativer Vitamine ein geringeres Risiko für eine Kataraktentwicklung besteht. Vitamin C hilft gegen Stress Große Mengen an Vitamin C können chronischen Stress verringern. In Versuchen an Tieren haben amerikanische Forscher diese Wirkung nachgewiesen. Die Wissenschaftler setzten die Tiere täglich eine Stunde lang starkem Stress aus und verabreichten ihnen danach große Mengen an Vitamin C. Nach drei Wochen hatten die so behandelten Tiere deutlich weniger Stresshormone im Blut als eine Vergleichsgruppe, die keine zusätzliche Ascorbinsäure (Vitamine C) gefüttert bekamen. Außerdem waren keine Auswirkungen auf Milz und Thymusdrüse feststellbar. Diese Organe produzieren Immunzellen und reagieren anfällig auf Stress, das heißt das Immunsystem wurde bei erhöhten Gaben von Ascorbinsäure durch die Stressreize nicht (wie sonst üblich) gestört. Die Forscher glauben, Vitamin C könne auch Menschen die unter chronischem Stress leiden helfen. Allerdings müssten dafür mehrere Gramm Ascorbinsäure täglich eingenommen werden. Vermutlich, so die Forscher, habe der menschliche Körper einen höheren Vitamin C-Bedarf als bisher angenommen. Auszug, Quelle: Inscight, 25.8.99 (Forschung: Samuel Campell, University of Alabama, Huntsville)
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